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Die Wachowski-Geschwister: Leben

Wachowskis Wachowskis
Andy (jeweils links) und Larry Wachowski

"We just really want to see how the idea of an intellectual action movie is received by the world. Because if audiences are sort of interested in movies that are made like McDonald's hamburgers, which do have a value in the world, then we have to re-evaluate our entire career."
Larry Wachowski 1999, New York Times - Andy & Larry Wachowski

Offizielle_Biografie Auf der offiziellen Matrix-Homepage sind anstatt von Fotos lediglich zwei leere Regie-Stühle abgebildet. Die offizielle Biografie umfasst ganze drei Sätze, und schließt ab mit "Sonst ist wenig über sie bekannt". Die Geschwister haben einen Vertrag mit Warner Bros., nicht zu Werbezwecken abgebildet zu werden oder sich äußern zu müssen. Selbst bei den Premieren ihrer Filme kommen sie durch den Hintereingang...

Beschäftigt man sich mit ihnen, stellt man fest, dass sie trotz ihrem enormen Erfolg bodenständig geblieben sind. Sie möchten gute Filme machen, die für sich selbst sprechen. Mit dem immer dazugehörenden Star-Rummel wollen sie nichts zu tun haben.

Ihre Herkunft

Larry (eigentlich Laurence) wurde am 21.6.1965 geboren, sein Bruder Andy (eigentlich Andrew) am 29.12.1967, beide in Chicago. (Zumindest die Orte in der Matrix im ersten Film basieren sämtlich auf Plätzen in Chicago. Deshalb wollten die Brüder ursprünglich auch gern dort drehen.) Ihre Eltern waren berufsmäßig Krankenschwester bzw. Geschäftsmann, und sie legten den Grundstein zu ihrer späteren Karriere: "Unsere Eltern sind große Filmfans. Sie nahmen uns zu solchen Film-Orgien mit, wo wir manchmal drei Filme am Tag sahen."

Ihren Schulabschluss machten die Brüder 1983 bzw. 1985 an der Whitney Young High, die bekannt ist für ihre Ausbildung in Darstellender Kunst und Wissenschaft. Dort fielen sie nicht durch außergewöhnliche Leistungen auf, waren jedoch auch keine Einzelgänger. Sie spielten Computerspiele, arbeiteten beim Theater und dem Fernsehprogramm der Schule, jedoch stets hinter den Kulissen.

Larry ging anschließend in New York aufs Bard College. Andy ging ans Emerson College in Boston, wo er als besonders guter Student im einführenden Filmkurs auffiel. Beide brachen ihr Studium nach zwei Jahren ab und gingen nach Chicago zurück. Hier verdienten sie ihre Brötchen mit einer eigenen Zimmerei. Und sie schrieben für Marvel Comics (z.B. Ectokid).

Erste Versuche als Autoren & Regisseure

Mit dem Gedanken Filme zu machen hatten sich die Wachowski-Geschwister schon lange beschäftigt. Nach eigener Aussage war es die Lektüre von Roger Corman's Autobiografie ("How I Made a Hundred Movies in Hollywood and Never Lost a Dime") in den späten 80ern, die sie veranlasste, ein Drehbuch zu schreiben. Roger Corman war Produzent zahlreicher Low-Budget-Horrorstreifen. Das erste Drehbuch der Wachowskis war Carnivore, in dem reiche Leute von Kannibalen gefressen werden. Der Film wurde zwar bis heute nicht gedreht, jedoch machten sich die Geschwister damit in Hollywood erst einmal bekannt.

1995 kaufte Warner Bros. den Wachowski Bros. ein Drehbuch ab: Assassins war ein Actionthriller über einen Auftragsmörder, der aus dem Geschäft aussteigen will. Dieser Film wurde tatsächlich gedreht, mit Sylvester Stallone und Antonio Banderas. Der Regisseur Richard Donner lies zuvor jedoch das Drehbuch derart umarbeiten, dass die Wachowskis mit dem Ergebnis nichts mehr zu tun haben wollten. Doch ihr Name blieb im Abspann. Der Film floppte. (Produktionskosten: 50 Mio. US-$, Einnahmen in den USA: 30 Mio.)

Der Produzent von Assassins war kein geringerer als Joel Silver (u.a. Stirb langsam, Lethal Weapon). Ihm zeigten sie ihre Drehbuch für Matrix, und wie die meisten anderen verstand er es zunächst nicht. Erst als sie ihm den Anime Ghost in the Shell zeigten und erklärten, sie wollten daraus einen Live-Action-Film machen, war er begeistert. Doch dann wollten die Wachowski-Brüder auch noch Regie übernehmen... und das ist keine Aufgabe, die man 'Neulingen' einfach so überlässt. Zunächst sollten sie sich an einem kleineren Film beweisen, dessen Drehbuch die Wachowskis ebenfalls in der Schublade hatten: Bound. Der Weg dorthin war auch nicht leicht, denn zunächst interessierten sich keine Schauspielerinnen für die Hauptrollen...

Bound

Bound-Poster Bound ist ein Lesbenthriller im Film-Noir-Stil. Viele Studios boten Finanzierung an, wenn eine der Hauptrollen in eine männliche umgewandelt wurde. Doch die Wachowskis setzten ihre Vision durch. Mit eine Budget von 4,5 Mio. US-$ (letztlich von Warner Bros.) gedreht, spielte er in den USA 36 Mio. ein und wurde von den Kritikern hoch gelobt. Die Gründe dafür kennen die Brüder selbst: "Wir haben es für Leute gemacht, die so wie wir sind, die ins Kino gehen und im Allgemeinen gelangweilt sind von den Filmen heutzutage. Wir versuchten einen Film zu machen, der unterhaltsam war, der Sex und Gewalt hatte, denn wir lieben Sex und Gewalt. Und der einige tiefere intellektuelle Konzepte besaß." Quelle

Bound-Dreharbeiten

The Matrix

Lange Rede, kurzer Sinn: Nach dem Achtungserfolg mit Bound finanzierte ihnen Warner Bros. The Matrix. "Sie brauchten etwa zwei Jahre, um das Drehbuch letztendlich zu verstehen.", sagte Larry. Dabei geholfen hat definitiv das 600-seitige Storyboard, dass die Wachowskis schon vor der Zusage von Warner Bros. anfertigen ließen. Und zwar von niemand geringerem als Geof Darrow und Steve Skroce, die bis zum dritten Teil der Filmtrilogie als Zeichner und Designer mitwirkten. Das Storyboard zeigt in Comic-artigem Stil, wie sich die Regisseure jede einzelne Kameraeinstellung des Films vorstellen.

Joel Silver (siehe oben) setzte sich für das Projekt ein und wurde Produzent; die Wachowskis verziehen ihm ihre Erfahrungen mit Assassins. Joe Pantoliano, der in Bound eine prominente Rolle hat, spielt in Matrix Cypher. Auch der Kameramann Bill Pope, der Komponist der Filmmusik Don Davis, den Cutter Zach Staenberg und einige Leute für die Soundeffekte wurden kurzerhand aus der Produktionscrew von Bound übernommen.

Matrix-Dreharbeiten

Der Erfolg ist bekannt. Der Film bekam Spitzen-Kritiken und wurde Kult. Da blieb natürlich auch der finanzielle Erfolg nicht aus: Mit 63 Mio. US-$ Budget spielte er allein an den US-amerikanischen Kinokassen 171 Mio. ein. Dazu kommen gigantische Summen aus dem Verkauf der DVD. Sowohl die tiefgründige Gestaltung als auch die Spezialeffekte wurden seither als Vorbild für zahlreiche andere Filme genutzt.

Rückzug ins Privatleben

Zur Zeit des Kinostarts (Frühjahr 1999) gaben die Wachowskis noch Interviews. Danach war plötzlich Schluss - einige Journalisten hatten wohl zu dumme Fragen gestellt. Jedenfalls entschieden sich die Wachowski-Geschwister, von nun an keine Interviews mehr abzugeben und ergänzten ihren Vertrag mit Warner Bros. um eine Klausel, dass sie nicht zu Werbezwecken abgebildet werden. Sie möchten ihre Filme für sich sprechen lassen.

Ab und zu lassen sie sich dennoch freiwillig blicken. Im November 1999 gab es einen Internet-Chat auf der Warner Bros.-Homepage. Auf der Making-Of-DVD The Matrix Revisited gibt es ein Interview mit ihnen. Zur Premierenfeier von The Matrix Reloaded (Mai 2003) traten sie endlich wieder öffentlich auf - und machten prompt Schlagzeilen.

Andy Larry
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Die größten Schlagzeilen, die die Wachowski-Brüder jemals gemacht haben, betrafen natürlich ihr eigentlich gut geschütztes Privatleben. Alles begann, als die Exfrau von Larry Anteile an den Einnahmen der Matrix-Fortsetzungen forderte. Es kam ans Licht, dass Larry Wachowski eine Beziehung mit einer bekannten Domina aus Los Angeles hat. Sie entspricht offenbar seinen sexuellen Vorlieben, und er verließ für sie seine Frau.

Damit nicht genug. Das Erscheinungsbild Larrys hatte sich bis zur Premiere von Reloaded deutlich femininer verändert (siehe Bild oben rechts). Er trug Ohrringe und Make-Up. Die Presse forschte nach, und erfuhr, dass Larry offenbar eine Geschlechtsumwandlung plante. Er wolle sich fortan Linda nennen. Aus den Wachowski-Brüdern würden die Wachowski-Geschwister.

Die Wachowskis und ihre Fans

Auch bei der Premiere des letzten Teils der Trilogie waren die Geschwister natürlich anwesend. Beim weltweit synchronisierten Kinostart hielten sie sich zusammen mit den wichtigsten Crewmitgliedern und Schauspielern in Tokio auf - unerkannt. Larry berichtete im Juli 2004 im ersten Interview nach 5 Jahren:

Ken Wilber: "Du hast davon gesprochen, als ihr zur Premiere drüben in Japan wart..."
Larry Wachowski: "Ja, wir standen genau neben der Presse-Reihe. (...) Diese ganze Reihe von Fotoapparaten und Videokameras und alle Reporter standen da und wir standen direkt neben ihnen. (...) Alle sind so aufgeregt! Diese Frau beobachtete Carrie-Anne und Keanu, als sie den Gang herunter kamen. Alle machten Fotos und waren aufgeregt, und dann, als Joel Silver herunterkommt, wird sie sehr aufgeregt, diese japanische Frau direkt neben mir. [imitiert mit japanischem Akzent ihre erregte Stimme] 'Da ist Joel Silver! Joel Silver! Joel Silver!' Und ich: 'Oh... wer ist das?'"
Ken: "Sie stößt dich an und sagt 'Schauen Sie! Da ist der Produzent!' Oh mein Gott! Und du sitzt da... du bist natürlich entsprechend aufgeregt, nicht wahr?" [lacht]
Larry: "Aber natürlich, ich musste ja erfahren, dass es der Produzent ist... "Wer ist das? Ohhh... *Er* ist verantwortlich für die Matrix... Ohhh." Nein, ich meine, nichts schlechtes über Joel! Unser... Anführer."
Ken: "Und natürlich nichts schlechtes über die japanische Reporterin."
Larry: "Nein nein, sie war süß, sie war sehr nett, aber ich... ich war sehr glücklich, dass sie nicht wussten wer wir waren."

Neben diesem ersten Interview stellten sich die Geschwister auch direkt den Fans. Auf der Comic-Messe in San Diego erschienen sie als Überraschungsgast auf der Pressekonferenz ihres neugegründeten Verlages (s.u.) und gaben Autogramme. Fans berichten über die Begegnung natürlich auch im Netz, z.B. bei Matrixfans und in der Matrixcommunity. Fotos gab es auch ein paar.

bei_der_Comiccon
Danke an rglass

Wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, trifft man die Geschwister sogar bei der Arbeit. So ist es mir am 26. April 2005 in Babelsberg geglückt, wo sie V wie Vendetta drehten. Wie Sie in meinem Bericht nachlesen können, nannte sich Larry dabei Linda. Doch wie gesagt: offiziell sind sie nach wie vor die Wachowski-Brüder.

Das Leben nach der Matrix

2005 produzierten sie ihr Drehbuch V wie Vendetta, dass auf dem gleichnamigen Comic basiert. Auch hier sind wieder einige Crew-Mitglieder übernommen worden: Der erste Regieassistent der Matrix Trilogie, James McTeigue, führte nun selbst Regie. Owen Paterson, der Produktionsdesigner, und Dan Glass, Leiter für Visuelle Effekte, waren ebenfalls dabei. Mehr Informationen gibt es auf der Seite zu V wie Vendetta.

Sie sind aktiv als Comicautoren in ihrem eigenen Verlag Burlyman Entertainment - benannt nach dem Projektnamen der Matrix-Fortsetzungen. Dort arbeiten sie weiterhin mit Geof Darrow (Konzeptdesigner der Matrix-Filme), Steve Skroce (Storyboard-Zeichner) und Spencer Lamm (Website Designer) zusammen.
Daneben läuft natürlich das Online-Rollenspiel The Matrix Online. Dessen Story wird zwar im Auftrag der Wachowskis von Paul Chadwick geschrieben, doch die Rahmenbedingungen legen die Schöpfer selbst fest.

Wie zu hören war, wollten die Geschwister sich zunächst etwas von ihrem "Matrix-Jahrzehnt" erholen, denn solange haben sie an den Filmen gearbeitet. Doch für Speed Racer könnten sie wieder als Regisseure aktiv werden. Dies soll eine Real-Verfilmung der (in den USA unter diesem Namen gezeigten) Anime-Serie werden. Gemeldet wurde im Juli, dass die Wachowskis am Drehbuch arbeiten wurden, und im August, dass die Produktion auf grünes Licht von Warner Bros. warte.

Ihre Arbeitsweise

Die Wachowski gestatten in ihren Filmen sehr wenig Improvisation. Sie haben eine klare Vorstellung davon, wie das Endergebnis aussehen soll. Diese legen sie vor dem Dreh in einem Storyboard fest, einem Comic-ähnlichen Buch, dass jede einzelne Kameraeinstellung beinhaltet. Beim Dreh und bei der Herstellung der Spezialeffekte ist alles darauf ausgerichtet, diese Vision zu realisieren. So sitzen beide meist hinter Monitoren und beobachten nur durch sie das Geschehen vor der Kamera.

Den Schauspielern geben sie keine Schauspiel-Stunden. Sie lassen sie machen und geben allenfalls kurze Richtungsanweisungen. Alle empfinden die Arbeit und den Umgang mit ihnen als angenehm. Sie sind nicht eingebildet, sondern bodenständig und humorvoll. Schwierige Situationen lösen sie mit witzigen Bemerkungen, die deutlich machen, dass sie hier nur einen Film drehen.

Wenn sie zusammen sind, wirken sie als hätten sie ein gemeinsames Gehirn. Dane A. Davis, der Sound-Designer der Matrix-Trilogie, sagte: "In meiner Zeit mit ihnen hatten sie vielleicht drei Meinungsverschiedenheiten - bei 3.856.293 kreativen Entscheidungen zu vier Filmen!" Sie beenden gegenseitig ihre Sätze, sprechen oft einstimmig und vertreten die gleichen Meinungen. Doch ihre Charaktere und Interessen sind teilweise durchaus verschieden. Andy wird als Bier-trinkender Science-Fiction-Fan beschrieben, während Larry gute Restaurants und Philosophiebücher vorzieht, und als der gesprächigere von beiden beschrieben wird.

Nach diesen Eindrücken überraschen die Wachowskis mit Intellektualität und umfangreichem Wissen. Sie interessieren sich u.a. für Mathematik, Physik und Philosophie, und wo diese Gebiete sich treffen. Dass das kein leeres Gerede ist, zeigt sich, wenn sich anerkannte Philosophen über die Freundschaft und Zusammenarbeit mit ihnen äußern. Cornel West sagte beispielsweise nach einer Unterhaltung mit ihnen über Realität, Wahrnehmung, Wahrheit und Unwahrheit: "Unglaublich. Sie haben eine Art unersättliche Perplexität, tiefer als unersättliche Neugierde, die sie hochgradig sokratisch macht. Das ist nicht nur angelesen. Diese Kerle lieben es, ihren Verstand zu gebrauchen."

Sie sind leidenschaftliche Film- und Comic-Fans, was sich ebenfalls deutlich in der Matrix-Trilogie niederschlägt. Als Wurzeln und Vorbilder werden u.a. John Woo, Stanley Kubrick, Ridley Scott, George Lucas, Fritz Lang, Billy Wilder, Roman Polanski, Alfred Hitchcock (Larry: "Hitchcock hat immer Storyboards angefertigt. Für ihn kam das Bild zuerst, und da stimme ich vollkommen zu") und John Huston genannt. Ihre Lieblingsbücher sind Odyssee von Homer, Alice im Wunderland, die Romane von William Gibson und sicherlich einige mehr.


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